Bendicht Arni © 2020. All Rights Reserved.
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Mit sechzehn habe ich sehen gelernt – genauer: das Hinsehen und Erkennen –, und dies dank meiner ersten Spiegelreflexkamera, einer neuen Minolta SR-T 101. Mein Vater bezahlte das Gehäuse, ich die Optik, ein Rokkor 1: 1,7/85 mm.
Der Blick durch den Sucher, die Wahl des Ausschnitts und die Positionierung des Abzubildenden darin, die Konzentration auf das optisch Wesentliche, Aussagekräftige – bref, die Gestaltung eines Bildes habe ich mir damals antrainiert.
Im Gymnasium stand uns ein schuleigenes SW-Fotolabor zur Verfügung, also lernte ich mithilfe von Fachliteratur das Filmentwickeln und Vergrößern und verbrachte während der ganzen Gymerzeit einen der beiden freien Nachmittage in der Dunkelkammer.
Während der Jahre an der Uni und danach traten andere Interessen in den Vordergrund, das Fotografieren ging ganz einfach vergessen.
Vor inzwischen anderthalb Jahrzehnten, gegen die fünfzig gehend, wollte ich wissen, ob vom damals Gelernten noch was übrig ist, ob ich den »Blick fürs Bild« noch habe. Das Kleinbildformat hatte ich gewissermaßen ausgekostet, ergo richtete sich mein Interesse auf das analoge Mittelformat, und ich konnte mir die Hasselblad-Ausrüstung, eBay sei Dank, Komponente für Komponente und natürlich gebraucht sogar leisten … Im Hinterkopf hatte ich aber bereits die Überzeugung, dass die Zukunft digital sein würde, und auch diese Erweiterung habe ich inzwischen geschafft: Mit dem Hasselblad-H-System sind die meisten meiner hier vorgestellten Bilder entstanden, und ich hoffe, das Betrachten lohnt sich.
Enjoy it!
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